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Kinderärzte: Leistungsdruck macht Schüler krank

NZZ am Sonntag, 29.10.2017 Front

Schlafstörungen, Kopfweh oder Bauchschmerzen: Kinder leiden zunehmend an Beschwerden, für die es keine medizinische Erklärung gibt. Anja Burri

Kinderärzte haben es immer häufiger mit jungen Patienten zu tun, deren Leiden medizinisch nicht zu erklären sind. Auch Psychologen, Lehrer und Sozialpädagogen berichten vermehrt von psychosomatischen Erkrankungen bei Minderjährigen. «Es gibt immer mehr Kinder, die aufgrund von Schmerzen nicht in die Schule gehen», sagt Christian Henkel, Leitender Arzt für Psychosomatik am Ostschweizer Kinderspital in St.Gallen. Besonders stark zu­genommen hätten Kopf- und Bauchschmerzen sowie Darmbeschwerden. Betroffene Kinder leiden auch an ­Übelkeit, Schwindel und Atemnot sowie an Schlaf- und Essstörungen. 

Der Lungenspezialist Jürg Barben schätzt, dass 10 bis 15 Prozent der Jugendlichen, die er wegen Verdachts auf Asthma untersucht, aus Angst oder Panik keine Luft mehr bekommen. Oft passiere dies abends, vor dem Ins-Bett-Gehen oder beim Erledigen der Hausaufgaben. Andere Kinderärzte berichten von Kindern, denen sie Eiseninfusionen gegen die Müdigkeit geben sollten. In Gesprächen stelle sich dann oft heraus, dass diese Kinder müde seien, weil sie abends nicht einschlafen könnten. Eine Erhebung der Weltgesundheitsorganisation zeigt: 27 Prozent der Elfjährigen in der Schweiz leiden täglich oder ­mehrmals pro Woche unter Schlafstörungen. 

Fachleute machen drei Faktoren für die Entwicklungen verantwortlich: Stress in der Schule, familiäre Belastungen und die Gesellschaft, die immer mehr Möglichkeiten, aber keine klaren Regeln mehr biete. So führe der Leistungsdruck in der Schule dazu, dass die Kinder in Schüben in die Arztpraxen kämen: kurz vor den Sommerferien, wenn die Zeugnisse verteilt würden, und ein paar Wochen später, wenn die ersten Prüfungen anstehen. 

Auch die neusten Zahlen des Sorgentelefons 147 der Pro Juventute sind Anzeichen dafür, dass schon Kinder unter psychischem Stress leiden. Noch vor fünf Jahren war Sexualität das Thema Nummer1. Heute ist das anders. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres berichteten 29,5 Prozent der Teenager über Angst, Selbstzweifel, Stress, Überforderung, Leistungsdruck, aber auch über Sorgen um Eltern oder Freundinnen. Vor fünf Jahren waren es noch 17,5 Prozent. 

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