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Veranstaltungen


Lehrbetriebe brauchen Schulabgänger, die lesen, schreiben und rechnen können

Vortrag und Diskussion

Di. 6.2.2018, Dietikon 

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Ja zur Initiative «Lehrplan vors Volk»

Vortrag von Dr. J. Barben

Do. 1.2.2018, Wettswil

Do. 8.2.2018, Affoltern

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Abstimmung über die Initiative «Lehrplan vors Volk» am 4. März 2018  Flyer dazu

Zum Fach Mathematik: Geometrie

Bekanntlich herrscht in der Schweiz Mangel an Ausbildungswilligen für die MINT-Berufe. Statt Abhilfe zu schaffen, würde der LP21 die Lernziele weiter herunterfahren.

Eine wichtige Voraussetzung für die hohe Schweizer Qualität bildet(e) der anspruchsvolle Unterricht in Geometrie und im technischen Zeichnen in der Volksschule. Dort haben die Schüler bis vor einigen Jahren genaues, zuverlässiges und konzentriertes Arbeiten sowie Handfertigkeit gelernt.

Heute lernen manche Jugendliche in der Schule nicht einmal, mit einem Massstab eine saubere Gerade zu zeichnen.

So werden in der Mittelstufe geometrische Grundkonstruktionen stark vernachlässigt, obwohl gerade hier eine Basis gelegt werden müsste.

Beispiele Geometrie Mittelstufe (Zyklus 2)

Die Schülerinnen und Schüler

  • «können Rechtecke mit gegebenen Seitenlängen zeichnen.
  • können Flächenornamente mit Zirkel und Lineal zeichnen, verändern und beschreiben.
  • können mit Rastern, Zirkel und Geodreieck zeichnen (z. B. parallele Linien, rechte Winkel, rechtwinklige Dreiecke, Quadrate und Rechtecke). (...)
  • können Winkel übertragen und Winkel mit dem Geodreieck messen.»

Nicht mehr zum Mindestanspruch der Mittelstufe gehören:

  • die Konstruktion von Winkeln mit dem Geodreieck
  • die Konstruktion von Mittelsenkrechten, Winkelhalbierenden, rechten Winkeln, 60-Grad-Winkeln

Diese Inhalte erscheinen erst in der Oberstufe.

Statt ausreichende Fertigkeit im geometrischen Konstruieren zu erwerben,sollen die Schüler gemäss LP21 am Computer mit Formen spielen...

  • «mit dem Computer Formen zeichnen, verändern und anordnen.
  • in einer Programmierumgebung Befehle zum Zeichnen von Formen eingeben,
  • verändern und die Auswirkungen beschreiben (z.B. vorwärts, links drehen, rückwärts).»

... und viel Zeit damit verbringen, «das Rad neu zu erfinden», zum Beispiel:

  • «Die Schülerinnen und Schüler  können geometrische Beziehungen,insbesondere zwischen Längen, Flächen und Volumen, erforschen, Vermutungen formulieren und Erkenntnisse austauschen.» (z. B. Dreiecke mit 5, 6, oder 7 Streichhölzern legen oder Beziehungen zwischen Seitenlängen und Flächeninhalt bei Rechtecken in einem Raster erforschen.)

Beispiele Geometrie Oberstufe (Zyklus 3):
Auf der Oberstufe werden geometrische Konstruktionen weiter stark reduziert. Ähnlich wie beim Taschenrechner wird argumentiert, dass Zeichnen und Konstruieren auf Grund der technischen Möglichkeiten mit dem Computer überflüssig seien.

  • «Die Schülerinnen und Schüler können den Computer zur Erforschung geometrischer Beziehungen nutzen (z. B. die Lage des Umkreismittelpunkts bei spitzwinkligen, rechtwinkligen und stumpfwinkligen Dreiecken).
  • können dynamische Geometriesoftware zum Erforschen geometrischer Beziehungenverwenden (z. B. das Verhältnis der Teilstrecken bei Seitenhalbierenden; die Lage des Umkreismittelpunkts bei verschiedenen Dreiecken).
  • können geometrische Probleme mit dynamischer Geometriesoftware konstruktiv lösen sowie Figuren und Zusammenhänge systematisch variieren (z. B. die Quadrate über den beiden kleineren Seiten in einem Dreieck mit dem grössten Quadrat vergleichen).»

Nichts gegen die Nutzung digitaler Programme auf der Oberstufe. Aber:

  • Zeitlich vor dem computergestützten Konstruieren gehört eine gründliche und systematisch aufgebaute Schulung zur Lösung geometrischer Aufgaben auf Papier hin – und zwar im Klassenunterricht.
  • Nur so ist die Entwicklung der manuellen Fertigkeiten gesichert.
  • Nur so kann eine systematische, genaue und saubere Arbeitshaltung erreicht werden.
  •  Das Fehlen der gedanklichen Arbeit beim eigenhändigen Konstruieren engt die Entwicklung eines technischen Vorstellungsvermögens ein.

Mit den zu erreichenden «Kompetenzen» im Lehrplan 21 im geometrischen Bereich der Mathematik vergeuden unsere Schüler wichtige Lernzeit mit nicht altersgemässen Aufgaben, während notwendige Grundlagen überhaupt nicht mehr gelehrt werden.

Die dringend notwendige vermehrte Vorbildung fähiger Berufsleute für die MINT-Berufe – sei es über den gymnasialen Weg und die ETH oder über eine Berufslehre und die Fachhochschule – würde mit dem Lehrplan 21 nicht erreicht. Im Gegenteil!

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