Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Veranstaltungen


Lehrbetriebe brauchen Schulabgänger, die lesen, schreiben und rechnen können

Vortrag und Diskussion

Di. 6.2.2018, Dietikon 

mehr...


Ja zur Initiative «Lehrplan vors Volk»

Vortrag von Dr. J. Barben

Do. 1.2.2018, Wettswil

Do. 8.2.2018, Affoltern

mehr...

Abstimmung über die Initiative «Lehrplan vors Volk» am 4. März 2018  Flyer dazu

Zum Fach Mathematik: Rechnen

Im Fach Mathematik sind die Berufsschulen bekanntlich bereits heute gezwungen, Stützkurse anzubieten, damit die Vermittlung des Berufsschulstoffes überhaupt möglich ist. Dieser Zustand würde sich mit dem LP21 verschlimmern. 

Der Abbau beginnt schon in der Unterstufe: 

Beispiele Grundanspruch Zyklus 1 (Ende 2. Klasse): 

  • «können bis 100 ohne 10er-Überträge addieren und subtrahieren ohne Zählen (z.B. 35 +13); können auf den nächsten 10er ergänzen. (...) 
  • kennen Produkte aus dem kleinen Einmaleins mit den Faktoren 2, 5 und 10;» 

Die Auswirkungen: Wenn die Einmaleinsreihen in der Unterstufe nicht sitzen, dann können die Kinder in der Mittelstufe nicht sicher schriftlich multiplizieren und dividieren – und auch nicht Bruchrechnen!

Im Klartext: Der Zehnerübergang soll kein Lernziel der 2. Klasse mehr sein! 
Das Einmaleins muss nicht mehr auswendig gelernt werden.

An die Stelle der Rechenfertigkeit tritt der Einsatz des Taschenrechners.

Die fehlende Basis in den ersten Schuljahren rächt sich über die ganze Schulzeit, beim Beginn der Lehre ist der Mangel oft immer noch da:

Beispiele Grundanspruch Zyklus 3 (Oberstufe):

  • «können die Grundoperationen mit rationalen Zahlen ausführen.
  • können Prozentrechnungen mit dem Rechner ausführen.
  • können Wurzeln und Potenzen mit dem Rechner berechnen.»

Im Klartext: Der Lehrbetrieb kann im besten Fall voraussetzen, dass die Jugendlichen bei Beginn der Lehre einigermassen addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren können. Was darüber hinausgeht – wie Prozentrechnen oder Potenzieren – ist ohne Taschenrechner nicht verfügbar.

Das Fach Mathematik scheint sich für die Auswüchse des Konstruktivismus besonders gut zu eignen: Hier wird ein grosser Teil der Lernzeit mit «selbsttätigem, entdeckendem Lernen» in sogenannten «Lernumgebungen» verbraucht.

Beispiele aus dem Lehrplan Mathematik im 3. Zyklus:

  • «Die Schülerinnen und Schüler können Zahl- und Operationsbeziehungen sowie arithmetische Muster erforschen und Erkenntnisse austauschen.» 

So sollen sie zum Beispiel 

  • «durch Fragen die Problemstellung klären, systematisch variieren, mit vertrauten Aufgaben vergleichen, Annahmen treffen,Lösungsansätze austauschen» oder «Beziehungen zwischen rationalen Zahlen erforschen und beschreiben»

Dann heben die Lehrplanverfasser geradezu vom Erdboden ab: 

  • «Vermutungen überprüfen, Vorwärtsarbeiten, Rückwärtsarbeiten, Rückschau halten.»

Im Klartext: Die Kinder sollen buchstäblich das Rad neu erfinden...
... statt dass der Lehrer ihnen die mathematischen Regeln erklärt und sie dann die notwendige Zeit zum Üben und somit zur Vertiefung des Gelernten verwenden können.

Sind wir hier in einer Mathestunde oder in einer Meditationsrunde? 
Statt eine systematische Anleitung durch den Lehrer zu erhalten, die allen Schülern gerecht wird, sollen die Jugendlichen sogenannte «heuristische* Strategien verwenden». 

*Für die (vermutlich meisten) Leser, die dieses «gelehrte» Wort nicht verstehen: Heuristik ist gemäss Wörterbuch die «Lehre von den Wegen zur Gewinnung neuer Erkenntnisse» oder «Findungs-, Erfindungskunst».

So wird wertvolle Lern- und Lebenszeit vergeudet. Die allermeisten Kinder werden überfordert, da sie ohne gezielte Anleitung im Stich gelassen werden.

Zurück zur Stammseite