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Veranstaltungen


Lehrbetriebe brauchen Schulabgänger, die lesen, schreiben und rechnen können

Vortrag und Diskussion

Di. 6.2.2018, Dietikon 

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Ja zur Initiative «Lehrplan vors Volk»

Vortrag von Dr. J. Barben

Do. 1.2.2018, Wettswil

Do. 8.2.2018, Affoltern

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Abstimmung über die Initiative «Lehrplan vors Volk» am 4. März 2018  Flyer dazu

Zum Modul « IT und Medien »

Hier müssen wir uns eher Sorgen machen, dass der Lehrplan 21 zuviel Lernzeit der Schüler an den Computer verlegt. Die Informatik wird allen «Unterricht», beziehungsweise alles individualisierte Tun der Kinder ab der 1. Klasse und sogar schon im Kindergarten durchdringen und in – ausschliesslich! – digitalen Testserien für alle drei Zyklen münden. Dennoch lernen die Jugendlichen nicht einmal gezielt Tastaturschreiben!

IT-Geräte im Kindergarten? Die Auswirkungen zu Ende denken!

«Bereits zu Beginn des 1. Zyklus eröffnen analoge und digitale Medien vielfältige kreative Möglichkeiten. Spielerisches Experimentieren mit Bild und Ton und das Erkunden von kreativen Ausdrucksmöglichkeiten haben hohe Bedeutung.» (Schwerpunkte zu Beginn des 1. Zyklus) 
Bei Beginn des 1. Zyklus sind die Kinder 4 Jahre alt!

Das kann z.B. bedeuten: Statt ein Dreieck aus Holz oder Plastik in den Händen zu halten und zu lernen, wie es gezeichnet wird, klicken die Kindergärtler auf dem Bildschirm ein digitales an.

Dasselbe geschieht etwas später mit den Buchstaben: anklicken und selber schreiben sind zwei sehr verschiedene Dinge!

Zu kurz kommt dabei das ausgiebige Üben von:

  • Zeichnen und malen auf Papier* 
  • Wahrnehmung im Raum* 
  • Handfertigkeit, also der manuelle / motorische Umgang mit Materialien*

*Im Kindergarten müssen die ersten Grundlagen für das Handwerk gelegt werden: Da lernen die Kinder mit Begeisterung ausschneiden und kleben, falten und biegen, aufbauen und formen, zeichnen und malen, flechten und weben, ritzen und drucken.

IT-Geräte dürfen in dieser frühen Lebenszeit keinen Platz einnehmen!

(Zur Schädlichkeit der digitalisierten Welt für Kinder siehe Manfred Spitzer, Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen. 2012)

Im Kindergarten muss viel Zeit sein für das Kennenlernen und den Umgang mit vielfältigen Materialien: z. B. «Papiere, Kartonarten, Textilien, rohe und geschliffene Holzstücke, Kunststoffstücke, Schnüre, Draht, Perlen, Lehm, Knetmassen, Steine, Zapfen, Wurzeln, Muscheln, Schneckenhäuser, Äste, Schwemmholz» (vgl. Lehrplan Kindergarten Kanton Bern von 1999 / 2013, Seite 30)

IT-Lernziele bis Ende 2. Klasse (1. Zyklus) gemäss LP21: 

  • «Die Schülerinnen und Schüler können Geräte ein- und ausschalten, Programme starten und beenden, einfache Funktionen nutzen, sich mit dem eigenen Login anmelden,
  • Dokumente selbständig ablegen und wieder finden.» 

In den ersten 2 Schuljahren sollten Kinder in der Schule in erster Linie lesen und schreiben lernen (und zwar auf Papier) und sich die Grundlagen des Rechnens aneignen.

Ganz absurd ist folgendes Lernziel: 

  • «Die Schülerinnen und Schüler können mit Hilfe von vorgegebenen Medien lernen und Informationen zu einem bestimmten Thema beschaffen (z.B. Buch, Zeitschrift, Lernspiel, Spielgeschichte, Webseite)».

Wie und wozu soll sich ein Erst- oder Zweitklässler, der gerade beginnt, lesen zu lernen, Informationen aus Medien beschaffen? 

IT in der Mittel- und Oberstufe (2./3. Zyklus):

Viel Googeln und PowerPoint-Shows – kaum Üben und Vertiefen – wenig sitzt

Selbstverständlich werden die grösseren Kinder und Jugendlichen in ihrem Alltag mit zahlreichen IT-Geräten und deren Inhalten konfrontiert. Aufgabe der Lehrkräfte ist es, ihre Schüler bei der sinn- und massvollen Verwendung der digitalen Möglichkeiten als Hilfsmittel und Ergänzung zu anderen Lehrmitteln anzuleiten. Dazu gehört auch das Klassengespräch über die schädlichen Auswirkungen der IT-Welt.

Gemäss der Ideologie des Konstruktivismus («selbstentdeckendes Lernen») werden die Kinder jedoch mit dem Computer sich selbst überlassen.

Beispiel «Selbständiges» Suchen in Google ohne Lerneffekt:

Eine 5. Klasse muss Hexen mit farbigen Kleidern und Körperteilen bemalen und dann französische Sätze dazu bilden («La sorcière porte un balai noir. Elle a un drap rouge.») Die Sätze der Kinder werden von der Lehrerin für die ganze Klasse kopiert (mitsamt den unkorrigierten Fehlern!!), nun müssen die Kinder als Hausaufgaben die Satzgruppen der passenden Hexe zuordnen.

Frage der Mutter: Woher kennt ihr diese Wörter? – Die haben wir gegoogelt. – Die Tochter (eine gute und gewissenhafte Lernerin) kann die Sätze nicht übersetzen und versteht kein einziges der gegoogelten Wörter, sie weiss auch nicht, wie sie ausgesprochen und geschrieben werden: Das müssen wir nicht können. – Beim Zuordnen pickt sie lediglich einzelne Wörter heraus (z. B. Farben): Ah, ein Teil ist schwarz und einer rot, diese Sätze gehören vermutlich zu dieser Hexe.

Die Schülerin hat nur die Methoden Googeln, Pröbeln und Raten zur Verfügung. Das fördert nicht die Freude am Französisch, wie die konstruktivistische Theorie behauptet, sondern verunsichert die (eigentlich lernfreudige) Jugendliche!

  • Zeitaufwand für die ganze Übung = gross.
  • Lerneffekt = praktisch null!
  • Denn: Mit Googeln allein bleibt ein Wort nicht im Gedächtnis haften.

Beispiel PowerPoint-Präsentationen: Viel Show und wenig Lerneffekt

PowerPoint-Präsentationen werden in der Mittel- und Oberstufe mit grossem Zeitaufwand produziert, oft mit heruntergeladenen Inhalten, die weder der Präsentierende noch seine Mitschüler verstehen. Dafür blitzen und rauschen die Show-Effekte über den Bildschirm.

Viel Zeitaufwand und wenig verstanden – und noch schlimmer: Die Selbsteinschätzung der Jugendlichen gerät durch die vermeintlichen «Erfolge» an den IT-Geräten in Schieflage.

Lernziel im Zyklus 3:

  • «Die Schülerinnen und Schüler können mit der Tastatur schreiben (...)»

Zu deutsch: Es genügt, wenn sie die Tasten irgendwie finden (System «Adler»). Das Zehnfingersystem kann man bekanntlich nur in einem intensiven Kurs und mit Disziplin lernen. So etwas passt natürlich nicht in die konstruktivistische Welt des «kreativen» und «selbsterforschenden» Tuns.

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Und ’s Tüpfli uf em i:Trotz der vielen Stunden am Computer vom Kindergarten bis zum Schulabschluss lernen die Schüler nicht einmal obligatorisch das Zehnfingersystem am Computer!!!